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Billard muß sich noch mehr als Sport profilieren!

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Gepostet von Markus SCHÖNHOFF am 26. Dezember 2015 (Kozoom)
Billard muß sich noch mehr als Sport profilieren!

© Billardmagazin Touch
Der Präsident der DBU Michael John im Jahresend-Interview von KOZOOM

KOZOOM - Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende. Ein Jahr, angefüllt mit sportlichen Großereignissen, grandiosen Siegern und steigender Medienpräsenz einer Sportart, die zwar immer noch auf den großen Durchbruch in der Sportwelt wartet, aber auf einem durchaus positiven Weg ist. 

Die Billardwelt erlebte sechs hochkarätige Weltcups auf 3 Kontinenten mit 6 verschiedenen Siegern und dem Spanier Daniel Sanchez als Gesamtsieger des Weltcups. Die Weltmeisterschaft in Bordeaux wurde ein Billardfest allererster Güte mit großer Medienpräsenz und einem verdienten Sieg des Schweden Torbjörn Blomdahl. Die Turniere in New York, Seoul und Lausanne waren eine erstklassige Demonstration des Billardsports. Jedes Turnier hatte sein ganz besonderes Flair. In New York das legendäre Carom Cafe, in Seoul eine Shopping-Mall und in Lausanne das Casino.

Unvergessen bleiben ebenfalls die Großereignisse, die in Deutschland seit Jahren beheimatet sind und hierzulande nicht mehr wegzudenken sind. 

Aber genau dieses Prädikat war für die Mannschafts-WM in Viersen stark gefährdet. So mancher hörte in den Eröffnungsreden der diesjährigen WM einen Abgesang nach 25 Ausrichtungen. Umso größer war die Freude, als aus Viersen die frohe Botschaft kam, dass es zumindest für die nächsten drei Jahr erneut die Mannschaftsweltmeisterschaft in Viersen geben wird.

Die Europameisterschaften in Brandenburg, die in diesem Format zum zweiten Mal ausgetragen wurden, demonstrierten den Sport auf europäischer Ebene in all seinen Facetten. Das in einer Sportart wie Billard Europameisterschaften in allen Disziplinen innerhalb von 10 Tagen stattfinden können, ist schon etwas besonderes und die deutschen Organisatoren, allen voran Wolfgang Rittmann verdienen dafür höchsten Respekt. 

Die jährlichen Deutschen Meisterschaften in Bad Wildungen im November sind auch in diesem Jahr wieder der Höhepunkt auf nationaler Ebene gewesen. Eine herrliche Veranstaltung und eine Demonstration aller Billardspielarten, Karambol, Snooker und Pool, wie sie weltweit einmalig ist.

Dies ist unter anderem ein Verdienst der Deutschen Billard Union, die die schweren Zeiten hinter sich gelassen hat, sich wieder erholen konnte und nun wieder als seriöser Sportverband wahrgenommen wird.

Das ist die Grundlage, damit sich der Billardsport noch mehr als Sport profilieren kann und nicht nur als "Gelegentliches Hobby und Freizeitvergnügen", wie es DBU-Präsident Michael John ausdrückt. KOZOOM bat zum Jahresende den Präsidenten der Deutschen Billard Union um ein Interview, um gemeinsam das Jahr Revue passieren zu lassen und auch einen Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen des Verbandes zu geben.

KOZOOM/MARKUS SCHÖNHOFF - Ein Jahr vollgepackt mit sportlichen Großereignissen liegt hinter uns. Die Weltmeisterschaft in Viersen, die Europameisterschaften in Brandenburg und nicht zuletzt die Deutschen Meisterschaften in Bad Wildungen, waren allesamt erfolgreiche Veranstaltungen. 
Sind Sie als Präsident der DBU zufrieden mit der Präsentation des deutschen Billardsports und der organisatorischen Leistungsfähigkeit bei solchen Großereignissen?

MICHAEL JOHN - Die internationalen und nationalen Großereignisse gehören zu den wenigen Möglichkeiten, auf Billard als Sportart aufmerksam zu machen. Die Monopolstruktur des deutschen Sports durch Fußball lässt kaum noch Raum für die Wahrnehmung durch die öffentlichen Medien. Darunter leiden vor allem die Randsportarten, zu denen Billard zu zählen ist. Die WM, EM und DM sind das Schaufenster des Billardsports, wobei der DM als nationale Meisterschaft aller Spielarten eine besondere Bedeutung zukommt. Glücklicherweise kann die DBU auf ein erfahrenes Team von Organisatoren, Helfern und Schiedsrichtern zurückgreifen und sich über die Unterstützung der Austragungsorte freuen. Es gibt natürlich jedesmal Anstrengungen zur weiteren Optimierung, was Formate, Zeitpläne, Veranstaltungstechnik und organisatorische Abläufe anbelangt.

MARKUS SCHÖNHOFF - Die WM in Viersen stand in diesem Jahr bereits kurz vor dem Aus. Wie groß war die Chance auf eine erneute Auflage zum Jahresanfang und haben Sie selbst daran geglaubt, dass es eine weitere Wiederholung geben wird?

MICHAEL JOHN - Zunächst handelte es sich nur um das Auslaufen des Vertrages mit der Stadt Viersen, die nicht mehr zu einer Verlängerung unter gleichbleibenden Konditionen bereit war. Der UMB haben wir bereits frühzeitig die Bereitschaft zur weiteren Ausrichtung der Team-WM signalisiert. Allerdings hat die UMB durch eine Verschärfung der Bedingungen nicht gerade für eine günstige Ausgangsposition gesorgt. Die DBU hatte schließlich viele Fürsprecher vor allem aus Spielerkreisen, die die Qualität und Erfahrung, die in 29 Jahren in Viersen entwickelt wurden, erhalten wissen wollten. Schließlich hat sich mit der Sparda Bank West ein Sponsor gefunden, der bereit ist, den Ausfall der städtischen Unterstützung zu kompensieren. Deshalb war das Bemühen darauf ausgerichtet, uns die Chance für die weitere Ausrichtung der WM in Viersen zu erhalten. Diese Chance haben wir genutzt und den Zuschlag der UMB erhalten.

MARKUS SCHÖNHOFF - Die DBU hat schwierige Zeiten erlebt und scheint sich seit 2 Jahren nun wieder erholt zu haben. Der Sportbetrieb selbst war glücklicherweise nie in Gefahr. Wie würden Sie selbst Ende 2015 die Situation der DBU beschreiben und was gibt es noch zu tun?

MICHAEL JOHN - Die DBU stand vor dem Konkurs, und es bedurfte erheblicher Anstrengungen (z.B. 70%ige Beitragserhöhung), um ihn abzuwenden. Während dieser Phase ist es dem Geschick,  Engagement und der Weitsicht von Wolfgang Rittmann zu verdanken, dass gravierende negative Folgen nicht eingetreten sind und die DBU wieder eine Perspektive erhalten hat. Die Turbulenzen betrafen durchaus auch den Sportbetrieb, der erhebliche Einschränkungen hinnehmen musste. Dieser Zustand ist glücklicherweise überwunden und der Turnaround ist geschafft. Wir erhalten wieder Bundesfördermittel, was uns in die Lage versetzt, den Leistungssportbetrieb der DBU zu intensivieren. Aufgrund der inzwischen vorhandenen soliden wirtschaftlichen Basis konnten wir einen Trainerstab (Disziplinentrainer für alle Spielarten unter Koordination eines Cheftrainers) etablieren, Leistungskader bilden, ein kontinuierliches Lehrgangsangebot unterbreiten und unsere Leistungsträger zu allen internationalen Meisterschaften entsenden. Der Umsetzung unseres Strukturplans sind wir damit ein Stück näher gekommen. Das eingeführte strikte Kostenmanagement muss konsequent weitergeführt werden, um die nötigen Ressourcen für die Billard-Sportförderung bereit zu stellen.

MARKUS SCHÖNHOFF - Welche Herausforderungen gibt es im neuen Jahr und was wünschen Sie sich für den nationalen und internationalen Billardsport?

MICHAEL JOHN - Die Herausforderungen werden auch im neuen Jahr nicht weniger werden.  Auf der bevorstehenden außerordentlichen Mitgliederversammlung der UMB findet sich hoffentlich eine gute personelle Konstellation in der Nachfolge des zurückgetretenen Präsidenten Jean-Claude Dupont. Die Einzelinteressen der internationalen Verbände auf Europa- und Weltebene sollten stärker gebündelt werden, um der Stimme des Billardsports weltweit ein stärkeres Gewicht zu verleihen. Dabei kommt der WCBS eine zunehmend wichtigere Rolle zu, die in der Übernahme von Aufgaben der UMB, WPA und IBSF und der Durchführung eigener Veranstaltungen aller Spielarten liegen könnte. Bei den Bemühungen um die Aufnahme ins Programm der Olympischen Spiele 2020 in Tokio hat sich gezeigt, welchen Weg der internationale Billardsport noch vor sich hat.

National ist der schwindenden Popularität des Billardsports entgegen zu wirken. Es müsste gelingen, wieder mehr, vor allem Jugendliche für Billard zu begeistern. Das neu geschaffene Präsidiumsressort Billardentwicklung kann hier hoffentlich erste Weichenstellungen veranlassen. Der Ausbildungssektor verdient verstärkte Aufmerksamkeit. Der neu berufene Lehrbeauftragte wird sich dieser Aufgabe annehmen. Die World Games 2017  sind der Zielwettkampf für unsere Billard-Leistungssportler. 2016 muss der Grundstein dafür gelegt werde, dass sich möglichst viele unserer Spitzenaktiven qualifizieren. Billard muss sich als Sport profilieren, und nicht als gelegentliches Hobby oder Freizeitvergnügen. Die Einzelinteressen von Sportlern, Landesverbänden und Spielarten müssen zurücktreten hinter einem einheitlichem Verständnis von Billard als Gesamtsportart mit unterschiedlichen Disziplinen. Wir können uns keinen Wettbewerb untereinander leisten, der Wettbewerb in der deutschen Sportlandschaft ist herausfordernd genug.

MARKUS SCHÖNHOFF - Vielen Dank, Herr John für das Interview. KOZOOM wünscht Ihnen einen fröhlichen Jahreswechsel und viel Kraft für das kommende Jahr.

MICHAEL JOHN - Ich wünsche allen Sportlern, Funktionären und Übungsleitern viel Gesundheit, Kraft und Erfolg im neuen Jahr, verbunden mit dem Dank des gesamten DBU-Präsidiums für die unermüdliche Arbeit, die alle in diesem Jahr für unseren Sport geleistet haben.

 

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